Losbergbad

News vom 04.09.2026| Übersicht

Städtebau – Ein Ort als Bindeglied zwischen Stadt und Park
Das neue Losbergbad positioniert sich östlich des bestehenden Außenbeckens und bildet damit einen räumlichen Rücken für den Freibadbetrieb. Durch die gezielte Streckung des Baukörpers vom Vorplatz bis in Richtung Losbergpark entsteht eine klare räumliche Verbindung, die Stadt und Park miteinander verknüpft und zugleich inszeniert. Der Eingangsbereich fungiert als einladender Auftakt zum öffentlichen Raum und ist über den mäandernden Weg des Vorplatzes weithin sichtbar. Die Gebäudeausrichtung folgt der Erschließungsrichtung des Parks, nimmt Bezug auf eine markante amerikanische Eiche und nutzt die räumliche Aufweitung als bewusste Geste für den Übergang in die Parklandschaft. Im Norden entwickelt sich ein fein proportionierter Baukörper als Kiosk-Pavillon, der Besucherinnen und Besucher des Parks zum Verweilen einlädt. Zum Freibad hin entstehen geschützte räumliche Situationen: im Norden für die Außengastronomie, im Süden für eine klare Organisation der Ankunft. Die Gliederung in drei ineinandergreifende Baukörper spiegelt die innere funktionale Struktur wieder und wird auch über differenzierte Gebäudehöhen ablesbar. Der Eingangsbereich und das 25-Meter-Schwimmerbecken sind bewusst überhöht und mit Lichtbändern versehen, die ein diffuses, atmosphärisches Licht tief in den Raum führen. Das bestehende Blockheizkraftwerk bleibt erhalten und wird durch eine Vorhaltefläche ergänzt, um zukünftige technische Erweiterungen flexibel aufnehmen zu können.

Organisation – Klarheit, Orientierung und fließende Abläufe
Alle Besucherinnen und Besucher gelangen über den Vorplatz in die großzügige, überhöhte Eingangshalle. Direkt gegenüber dem Windfang befindet sich der Empfang mit Kasse, ergänzt durch Aufenthaltsbereiche sowie Automaten für Snacks und Tickets. Im rückwärtigen Bereich ist der Personaltrakt angeordnet, mit direktem, kontrolliertem Zugang zur Schwimmhalle. Über eine seitliche Schleuse gelangen die Badegäste in den sogenannten Stiefelgang, der durch Fönbereiche gegliedert wird. Von dort aus führt der Weg in die Umkleiden und weiter in den Barfußbereich mit direkter Anbindung an Duschen und Sanitäranlagen. Der Übergang in den Badebereich erfolgt intuitiv und klar strukturiert – je nach Nutzung entweder ins Hallenbad oder in das Freibad. Die Wasserflächen gliedern sich in drei Bereiche: ein Lernschwimmbecken, ein Schwimmerbecken sowie ein Planschbecken. Diese sind um einen zentralen Aufsichtskern organisiert und jeweils so ausgerichtet, dass gezielte Blickbeziehungen in den Außenraum entstehen. Nördlich schließt ein Aufenthaltsbereich an, der als verbindendes Element zur Gastronomie fungiert. Diese ist über eine Rampe erschlossen und so konzipiert, dass sie gleichermaßen den Betrieb von Hallenbad, Freibad und Park unterstützt.
Die Anlieferung erfolgt funktional getrennt: Hallenbad und Gastronomie werden über die Ostfassade erschlossen, während die Gastronomie zusätzlich eine separate Anlieferung im Norden, nahe der öffentlichen WC-Anlage, erhält. Sicherheitsrelevante Räume wie die Chlorgasanlage befinden sich im Erdgeschoss, während Technik-, Lager- und Werkstattflächen im Untergeschoss untergebracht sind. Die Lüftungstechnik ist kompakt und zentral auf dem Dach organisiert.

Fassade – Ausdruck von Leichtigkeit und Tiefe
Die Fassade gliedert sich in eine massive Sockelzone und eine leichte, fein ausformulierte Krone. Sie folgt konsequent dem Konstruktionsraster und wird durch vertikale Wandpfeiler strukturiert ablesbar.
Die Sockelzone erhält ein hochwertiges Verblendmauerwerk, dessen Details – wie Fensterbänke und Stürze in Form von Grenadierschichten – dem Gebäude eine ruhige, robuste Basis verleihen.
Die darüberliegende Zone wird durch eine Holzschalung geprägt, die mit einer subtilen Rundbogenornamentik spielt. Im Bereich der Lichtbänder ergänzen Holzlamellen die Fassade und erzeugen ein lebendiges Wechselspiel aus Licht und Schatten. Das gefilterte Tageslicht, das durch diese Lamellen in das Gebäudeinnere fällt, greift den sogenannten Komorebi-Effekt auf – das sanfte Lichtspiel, das entsteht, wenn Sonnenstrahlen durch Baumkronen dringen. So wird die Atmosphäre des umgebenden Freiraums in das Gebäude hineingetragen und erlebbar gemacht.

Freiraumkonzept
Der Entwurf für das Umfeld des neuen städtischen Hallenbad- und Strandareals verfolgt das Ziel, einen klimaresilienten, identitätsstiftenden Freiraum zu schaffen, der funktionale Anforderungen und landschaftsarchitektonische Qualität in Einklang bringt. Ein zentrales Element bildet die räumliche Verknüpfung des Losbergpark mit dem Ufer der Berkel, welche durch eine klar geführte Promenade und eine prägnante Allee aus Zierkirschen gestärkt wird.
Die Freiflächen des Freibades sind durch differenziert gegliederte, hochwertige Grünräume geprägt, die sowohl Intimität als auch Orientierung bieten. Geschnittene Hecken strukturieren die Nutzungsbereiche, während klimaangepasste Staudenpflanzungen durch ihre ökologische Wertigkeit und jahreszeitliche Dynamik überzeugen. Der bestehende wertvolle Baumbestand wurde konsequent erhalten, geschützt und als prägendes Gestaltungselement hervorgehoben. Im Eingangsbereich entsteht durch die Kombination aus Bestand und Neupflanzungen mit besonderen Blattstrukturen ein atmosphärisch dichter Raum, geprägt von stimmungsvollen Licht- und Schattenspielen, den die Japaner Komorebi-Effekt nennen.
Der Vorbereich des Gebäudes ist funktional klar organisiert: Stellplätze mit wasserdurchlässigem Rasenfugenbelag sowie Fahrradabstellanlagen befinden sich in unmittelbarer Nähe der Eingänge. Aufenthalts- und Sammelbereiche wurden gezielt definiert, wobei versiegelte Flächen auf das notwendige Minimum reduziert und durch versickerungsfähige Beläge ergänzt wurden. Hier sind auch Stellplätze für Behinderte und Lastenräder angeordnet. Im Übergang zwischen Vorplatz und Park bildet ein Regengarten ein wesentliches Element des nachhaltigen Regenwassermanagements zur Retention und Reinigung des anfallenden Niederschlagswassers.
Im Freibadbereich wurden die bestehenden Strukturen weiterentwickelt und durch neue, aktive Nutzungszonen ergänzt. Die Verlagerung der Wasserrutsche sowie des Beachvolleyballfeldes in die Nähe des Sandspielbereichs schafft eine klar zonierte, bewegungsorientierte Freifläche.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den Blickbeziehungen: Die Freiräume sind so komponiert, dass sich aus dem Gebäude heraus stets qualitätsvolle, stimmungsvolle Gartenbilder eröffnen. Funktionale Elemente wie Müllsammelstellen wurden als integraler Bestandteil des Entwurfs verstanden und dezent in den stärker frequentierten Vorbereich eingebunden.
Insgesamt entsteht ein vielschichtiges Freiraumgefüge, das ökologische Nachhaltigkeit, funktionale Klarheit und gestalterische Qualität vereint und einen lebendigen, zukunftsfähigen Ort für die Stadtgemeinschaft schafft.
Die Materialität orientiert sich an den in der Umgebung verwendeten Materialien: 
Klinker für die Zuwege und Betonpflaster als Ergänzung der bestehenden Wegeflächen. 
Die Ausstattung besteht aus Sitzmauern und Sitzbänken aus CO2-neutral erzeugtem Beton mit Sitzauflagen aus beständigem nachhaltig geerntetem regionalem Holz. Alle Ausstattungsgegenstände entsprechen einem einheitlichen Designkonzept.
Die Pflanzungen bestehen aus klimaangepassten Bäumen, mehrstämmigen Sträuchern und Kleinbäumen sowie robusten, flächendeckenden Staudenpflanzungen, deren Pflege mit den zur Verfügung stehenden Mitteln erbracht werden kann.

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